
Laut einem alten irischen Sprichwort sind es drei Dinge, die einen Mann zu Grunde richten können: die Frauen, das Glücksspiel und die Landwirtschaft.
In der Regel wird dann darauf verwiesen, dass der eigene Vater sich leider die langweiligste der genannten Optionen ausgesucht habe. Nun mag inzwischen, nach dem Verenden des irischen Tigers, die Auswahl deutlich umfassender geworden sein. Dennoch zeigt sich, dass gerade bestimmte Kombinationen der genannten Alternativen gefährlich werden können.
So antwortet der Schauspieler Maximilian Brückner, aus Bayern stammender saarländischer "Tatort"-Kommisar, in der SZ vom 30. September auf die Frage, ob er das Geld für das kürzlich erworbene Bauernhaus bar auf den Tisch gelegt habe:
Nicht ganz. Aber ich hab mir einen Traum erfüllt. Bisher machen wir nur Heu und verkaufen es. Aber wir wollen drei Ochsen, ein paar Schweine und Enten anschaffen.Tja - das Interview erschien in der Serie "Reden wir über Geld". Ochsen und Geld verdienen passen auf den ersten Blick nicht so recht zueinander, Ochsen und Geld kosten hingegen schon. Und während alle Leser darauf brennen, endlich zu erfahren, was um Himmels Willen Herr Brückner denn nun ausgerechnet mit drei Ochsen anfangen will, bemerken die beiden Interviewerinnen:
Alle wollen unbedingt von zu Hause weg. Sie kaufen mit Ihrer Familie ein Bauernhaus auf dem Land.Sie irritiert, dass Herr Brückner ein Bauernhaus gekauft hat.
Jeder und jede Zweite träumen irgendwann einmal davon, ein Bauernhaus zu kaufen. Und irgendwann will man auch nicht mehr von zu Hause weg, sondern nur noch nach Hause oder ist vielleicht endlich dort angekommen.
Was soll das also? Warum fragen sie nicht nach den Ochsen? Die kosten doch nur Geld. Was will er mit denen anfangen? Pflügen? "The noblest task for which [their] bodily organism has been framed" (Buck Mulligan im "Oxen of the Sun"-Kapitel) ist ihnen ja leider verwehrt - das weiß inzwischen auch ihr Kollege Martin Zips (hier noch nicht, aber hier).
Doch die Damen fragen nicht.
Für wen führen sie dann das Interview? Und was soll es im Wirtschaftsteil? Warum steht es nicht auf jetzt.de? Oder in neon? Oder in Glamour? Wenn das Interview schon "die Bedürfnisse von Frauen befriedigt, die sich in der Lebensphase der verlängerten Adoleszenz befinden".
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen